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Unter den 15 Weinständen waren Altbekannte wie das Weingut Decker aus Dorsheim an der Nahe, Terra Regis (Wein vom Königsboden in Rumänien) oder der Pfälzer Weintreff von Anne Tolisch, aber auch neue Anbieter wie das Weingut Höfling aus Eussenheim bei Würzburg. Die CDU wartete mit Staatsweinen auf. „Diesen Wein hat schon Queen Elisabeth II bei einem Staatsbankett getrunken“, pries die frischgewählte Kreisvorsitzende Theresa Gröninger etwa einen Riesling an. „Nobel, elegant und von unglaublicher Strahlkraft“, beschrieb sie die Eigenschaften des edlen Tropfens. Zeugnis dafür legte das Werk „Mit Wein Staat machen“ von Knut Bergmann, das Gröninger eigens aus ihrem Fundus mitgebracht hatte.
Wer es eher hartgesotten brauchte, konnte sich aber auch an einem Birnenschnaps erlaben natürlich verziert mit „Birne“, dem Konterfei des verstorbenen Altkanzlers Helmut Kohl. Die Biertrinker kamen an einem Bierstand vor dem „Confettis“ auf ihre Kosten. Boga’s Manufakture aus Grasberg bot an einer futuristisch wirkenden Cocktailbar aus frischen Früchten selbst hergestellte Liköre auf Wodkabasis an. Für den Glitzereffekt in den bunten Drinks sorgte Eisenoxid, wie Cornelia Schaffelt erklärte. „Mit Tonicwater schmeckt es besonders gut“, empfahl Schaffelt. Etwas weiter die Straße herunter konnten die Besucher ebenfalls eine große Auswahl an Cocktails beim „Blauwal“, einem mit einem übergroßen Wal kunstvoll verzierten Stand, genießen.
Gleich daneben sorgte der Geschenkartikelladen „Glücksmomente“ für ebensolche mit Popcorn, deren Verkaufserlös einem guten Zweck gespendet werden sollte. Das Damenbekleidungsgeschäft „A’riva“ lockte mit satten Rabatten zum Kauf, das Reisebüro und der Kinderbekleidungsladen „Lütje Lü“ hatten ebenfalls geöffnet. Erstmals dabei Illy von Welawitsch vom neu eröffneten Möbelgeschäft „Illy’s Livingroom“, die vor ihrem Geschäft in gediegener Atmosphäre Strandwein ausschenkte.
Ob die Zuckerwatte, die die SPD vor den Augen der Kinder produzierte, eine Anspielung auf die in der politischen Diskussion befindliche Zuckersteuer sein sollte, blieb letztlich offen. Den kleinen und großen Besuchern versüßte sie jedenfalls das Fest. Großer Andrang herrschte bis tief in die Nacht auch an den Essenständen. Fast durchweg lange Schlangen konnten an den Bratwurst-, Flammkuchen- und Crepes-Ständen beobachtet werden. Andreas Päch und Lebensgefährtin Britta Momsen von der Wurstbude „Moorkitchen“ ging am Samstagabend sogar die Bauernbratwurst aus. „Wir mussten nachordern“, berichteten die Gastronomen. Bis auf wenige Ausnahmen zufriedene Gesichter auch bei den anderen Standbetreibern. „Das Borgfelder Fest ist eines von den Guten“, war immer wieder aus Schaustellerkreisen zu hören. Gelobt wurde die familiäre Atmosphäre, die das Fest trotz der inzwischen erlangten Größe erhalten konnte. „Jeder fasst mal mit an, auch wenn’s nicht der eigene Stand ist oder bringt auch die Gläser des Mitbewerbers an den Stand zurück“, bemerkte eine Weinverkäuferin.
Das Musikprogramm, das auch in diesem Jahr wieder Frank Hareß zusammengestellt hatte, trug ein Übriges zum Gelingen des Festes bei. Mit von der Partie: Die Gruppen Crossfire, Double o’Soul, Los Juanitos Tres und der Neustädter Shantychor. Tanzeinlagen lieferten die Borgfelder Tanzschule Picasso und das Ballettstudio Mine Dans.
Erfreut zeigten sich die Veranstalter, dass das Fest überwiegend friedlich blieb. „Unser Sicherheitskonzept hat sich bewährt“, stellte Timon Hilken für das Orga-Team fest. Neben einer verstärkten Präsenz von Security-Kräften und der Polizei sei das auch dem Einsatz des Awareness-Teams zu verdanken, das erstmals mit einem eigenen Zelt und einigen durch Westen gekennzeichneten Mitarbeitern auf dem Weinfest vertreten war. „Wer Hilfe braucht, fand hier eine Anlaufstelle“, sagte Rabia Güner, die neu im Orga-Team ist und für das Awareness-Konzept verantwortlich zeichnete.
Gabi Piontkowski
Alle Fotos: Ernst Köhnken
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